Heilige – Hexen – Huren (Gruppen)

Verehrt, verdammt, verheiratet

Das Gute und das Böse liegen oft nicht weit auseinander – so auch im mittelalterlichen Basel, wo neben Klostermauern die Hurerei blühte. Die sogenannten „Hübschlerinnen“ galten damals als notwendiges Übel und waren ausserhalb der Stadtmauern geduldet. Es galten aber strenge Regeln betreffend ihrer Kleidung und Ausgangszeiten, damit man(n) sie nicht mit ehrbaren Frauen verwechseln konnte. Fiel eine Frau gänzlich aus den gesellschaftlichen Moralvorstellungen, so wurde sie als Hexe verschrien. Hexen galten als so wild und zügellos, dass sie auf dem Hexensabbat mit dem Teufel selbst kopulierten. Der Unterschied zur vermeintlich „braven Frau“ wird besonders dann ersichtlich, wenn wir uns das weibliche Ideal in den Heiligenviten anschauen: Die Jungfräulichkeit war die höchste Tugend der ehrbaren Frau.

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